DAHLEM UBA-ERSATZNEUBAU, Berlin
DAHLEM UBA-ERSATZNEUBAU
Berlin . 2011
„Da stimmt etwas nicht!“ – Das Dahlemer Dreieck als historischer Forschungsstandort und seine nicht unbelastete Geschichte mit der zeitweiligen Nutzung als rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle bedarf einer holistischen, kritischen Auseinandersetzung, um das Areal mit dem Neubaubaustein in einen Forschungscampus der Zukunft zu transformieren. Unser Wettbewerbsentwurf bringt dieses tiefe historische Bewusstsein mit Innovation in Einklang und lässt eine sorgfältige Sanierung des Bestands mit einem hocheffizienten, nachhaltigen Laborneubau verschmelzen.
Mit der städtebaulichen Setzung des Neubaus wird das mächtige Hauptgebäude fortgebaut und erhält so mit dem Laborneubau westlich des Mittelrisaliten das gebotene Gegengewicht zum historischen Ostflügel. Unter Berücksichtigung der charakteristischen Merkmale wie Traufkante, Firsthöhe und Steildach des Hauptgebäudes erfährt der Neubau jedoch die notwendige Abstraktion, um sich vom Gebäudebestand abzugrenzen. Dach- und Wandflächen fließen in gleicher Materialisierung zusammen, unterstrichen durch fassadenbündige Photovoltaik-Paneele und einen dynamischen Sonnenschutz. Durch den Verzicht auf Vor- und Rücksprünge sowie ein leichtes Abknicken des Baukörpers spiegelt der Entwurf den historischen östlichen Randrisaliten wider, greift die strenge orthogonale Ausrichtung des rückwärtigen Campus auf und neigt sich zu den niedrigeren Bestandsgebäuden hin.
Diese leichte geometrische Verzerrung ruft eine architektonische Irritation der angenehmen Art hervor – eine bewusste Reibung, die dazu einlädt, innezuhalten, sich mit der einzigartigen Geometrie des Gebäudes auseinanderzusetzen und die historischen Schichten des Ortes anzuerkennen.
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle) treibt hierbei die Architektur an. Durch den Einsatz von 15 % bis 20 % rezykliertem Beton (RC-Beton) aus dem Rückbau des Vorgängerbaus reduzieren wir die graue Energie drastisch. Mittels integraler Planung senkt der Entwurf die langfristigen Lebenszykluskosten, während der Nutzerkomfort oberste Priorität genießt. Die hochentwickelte Gebäudehülle sorgt für eine sehr gute Wärmedämmung im Winter, einen dynamischen Sonnenschutz im Sommer und eine optimale Tageslichtverfügbarkeit mit freiem Ausblick das ganze Jahr über.
Für die Nutzenden wird das Gebäude zu einem aktiven Werkzeug der Wissenschaft. Basierend auf einem effizienten 1,15m-Laborraster passen sich die Grundrisse mühelos und ohne bauliche Eingriffe an wechselnde Forschungsteams an, ergänzt durch hochwertige Arbeitsplätze im Dachgeschoss mit Dachterrassen. Vor allem aber schließt das neue Bodenniveau vollkommen ebenengleich an den historischen Bestand an. Dadurch entsteht eine nahtlose, barrierefreie Verbindung über den gesamten Campus hinweg, die eine mühelose Zusammenarbeit zwischen Labor- und Bürobereichen fördert. Ein moderner Forschungscampus sollte die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in seinem Inneren aktiv inspirieren.
Projektstandort
Berlin,Deutschland
Zeitraum
Nicht offener Realisierungswettbewerb_2021
Auftraggeber
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
In Zusammenarbeit mit
Bietergemeinschaft riegler riewe architekten + B19 Planung und Projektleitung
Fachplaner:
Laborplanung:
Dr. Myriam Lay, Dr. Heinekamp Labor- und Institutsplanungs GmbH
TGA-Planung:
Dipl.-Ing. Burkhard Waldeck, RMN Ingenieure
Brandschutz:
Dipl.-Ing. Matias Ceschi, CDI-Ingenieure
Bilder
VIZE
„Da stimmt etwas nicht!“ – Das Dahlemer Dreieck als historischer Forschungsstandort und seine nicht unbelastete Geschichte mit der zeitweiligen Nutzung als rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle bedarf einer holistischen, kritischen Auseinandersetzung, um das Areal mit dem Neubaubaustein in einen Forschungscampus der Zukunft zu transformieren. Unser Wettbewerbsentwurf bringt dieses tiefe historische Bewusstsein mit Innovation in Einklang und lässt eine sorgfältige Sanierung des Bestands mit einem hocheffizienten, nachhaltigen Laborneubau verschmelzen.
Mit der städtebaulichen Setzung des Neubaus wird das mächtige Hauptgebäude fortgebaut und erhält so mit dem Laborneubau westlich des Mittelrisaliten das gebotene Gegengewicht zum historischen Ostflügel. Unter Berücksichtigung der charakteristischen Merkmale wie Traufkante, Firsthöhe und Steildach des Hauptgebäudes erfährt der Neubau jedoch die notwendige Abstraktion, um sich vom Gebäudebestand abzugrenzen. Dach- und Wandflächen fließen in gleicher Materialisierung zusammen, unterstrichen durch fassadenbündige Photovoltaik-Paneele und einen dynamischen Sonnenschutz. Durch den Verzicht auf Vor- und Rücksprünge sowie ein leichtes Abknicken des Baukörpers spiegelt der Entwurf den historischen östlichen Randrisaliten wider, greift die strenge orthogonale Ausrichtung des rückwärtigen Campus auf und neigt sich zu den niedrigeren Bestandsgebäuden hin.
Diese leichte geometrische Verzerrung ruft eine architektonische Irritation der angenehmen Art hervor – eine bewusste Reibung, die dazu einlädt, innezuhalten, sich mit der einzigartigen Geometrie des Gebäudes auseinanderzusetzen und die historischen Schichten des Ortes anzuerkennen.
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle) treibt hierbei die Architektur an. Durch den Einsatz von 15 % bis 20 % rezykliertem Beton (RC-Beton) aus dem Rückbau des Vorgängerbaus reduzieren wir die graue Energie drastisch. Mittels integraler Planung senkt der Entwurf die langfristigen Lebenszykluskosten, während der Nutzerkomfort oberste Priorität genießt. Die hochentwickelte Gebäudehülle sorgt für eine sehr gute Wärmedämmung im Winter, einen dynamischen Sonnenschutz im Sommer und eine optimale Tageslichtverfügbarkeit mit freiem Ausblick das ganze Jahr über.
Für die Nutzenden wird das Gebäude zu einem aktiven Werkzeug der Wissenschaft. Basierend auf einem effizienten 1,15m-Laborraster passen sich die Grundrisse mühelos und ohne bauliche Eingriffe an wechselnde Forschungsteams an, ergänzt durch hochwertige Arbeitsplätze im Dachgeschoss mit Dachterrassen. Vor allem aber schließt das neue Bodenniveau vollkommen ebenengleich an den historischen Bestand an. Dadurch entsteht eine nahtlose, barrierefreie Verbindung über den gesamten Campus hinweg, die eine mühelose Zusammenarbeit zwischen Labor- und Bürobereichen fördert. Ein moderner Forschungscampus sollte die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in seinem Inneren aktiv inspirieren.
Projektstandort
Berlin,Deutschland
Zeitraum
Nicht offener Realisierungswettbewerb_2021
Auftraggeber
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
In Zusammenarbeit mit
Bietergemeinschaft riegler riewe architekten + B19 Planung und Projektleitung
Fachplaner:
Laborplanung:
Dr. Myriam Lay, Dr. Heinekamp Labor- und Institutsplanungs GmbH
TGA-Planung:
Dipl.-Ing. Burkhard Waldeck, RMN Ingenieure
Brandschutz:
Dipl.-Ing. Matias Ceschi, CDI-Ingenieure
Bilder
VIZE